Der Euro

Noch vor wenigen Jahren hätte kaum jemand für möglich gehalten, dass die Europäische Währungsunion zum 1.1. 1999 realisiert wird. Was hat sich in der Zwischenzeit geändert? Zum einen ist das monetäre Umfeld günstig. Die westlichen Industrieländer verzeichneten in den 90er-Jahren eine starke Konvergenz zu niederen Inflationsraten. Insbesondere die Erfahrung in den USA zeigt, dass auch robustes Wachstum nicht automatisch zur Inflation führen muss. Das globale monetäre Umfeld mit niederen Inflationsraten machte es einfacher, die im Maastricht-Vertrag genannten monetären Konvergenzkriterien zu erreichen.
Den zweiten Erfolgsfaktor können sich die EU-Länder selbst zuschreiben. Vor allem die südeuropäischen Länder haben ihre Budgetdefizite drastisch reduziert, was die fiskalische Konvergenz erleichterte. Auch wenn die budgetpolitischen Erfolge nicht automatisch auf Dauer gesichert sind, so kann man doch auf die beachtlichen Anstrengungen der 90er-Jahre verweisen, die überwiegend von der Motivation getragen waren, von Anfang an dem Kreis der Euro-Länder zuzugehören. Dafür sprachen auch sehr handfeste finanzielle Gründe. Für die früheren Schwachwährungsländer bringt der Beitritt zum Euro eine deutliche Senkung der Realzinsen, und dies nicht erst nach dem Übergang, sondern bereits im Vorfeld, solange die Finanzmärkte die spätere Mitgliedschaft als glaubwürdig einstufen.


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