Begriffe aus der Musik – Der Produzent

Der Produzent ist der im Studio für die Realisation einer musikalischen Produktion verantwortliche Leiter; sein Aufgabenfeld umfasst sowohl technische, organisatorische als auch künstlerische Aspekte, die ihn zum Mittler zwischen den künstlerischen Vorstellungen der Musiker und ihrer technischen Umsetzung durch die Aufnahmetechniker machen.

Er organisiert und überwacht den Gesamtprozess einer Produktion, von den terminlichen Festlegungen, wann wer im Studio zu sein hat, ob, wann und welche Studiomusiker zusätzlich gebraucht werden, über den eigentlichen Aufnahmevorgang, für dessen künstlerisches Resultat er verantwortlich zeichnet, bis zum abschließenden Mischen der Aufnahme. Seine Funktion ist ein Ausdruck des zunehmend kollektiven Charakters der Musikproduktion und ihrer wachsenden Abhängigkeit vom Zusammenspiel musikalischer, technischer, ökonomischer und organisatorischer Faktoren, das zu realisieren dem Produzenten obliegt. Die Bedeutung dieser Funktion hat sich für das musikalische Gesamtergebnis mit der immer weitergehenden künstlerischen Nutzung der technischen Möglichkeiten des Studios seit den 1960er Jahren gewaltig erhöht. Ohne einen guten Produzenten vermag auch der beste Musiker seine Kreativität nicht mehr umzusetzen. Ausgezeichnete Produzenten genießen inzwischen eine n ähnlichen Status wie die Musiker selbst.

Rapper aus Berlin

Der Typ des modernen Produzenten ist vor allem durch Phil Spector (geb. 1940) geprägt worden, der Anfang der 1960er Jahre mit außerordentlichem Erfolg die spezifischen klanglichen Möglichkeiten des Studios zu nutzen begann. Später waren es George Martin (geb. 1926) als Produzent der Beatles, Felix Pappalara (geb. 1940) als Produzent von Cream, Phil Ramom (geb. 1931), der nahezu alles produziert hat, was in den USA in Jazz, Rock und Pop Rang und Namen hat Quincy Jones (geb. 1933) als einer der erfolgreichsten Vertreter seines Metiers, u. a. mit Produktionen für Little Richard, Aretha Franklin, Herbie Hancoi sowie Michael Jackson; und schließlich Brian Em (geb. 1948), Trevor Hörn (geb. 1949) und Arthuf Baker (geb. 1955), die sich neben einer ganzen Reihe anderer als Produzenten einen Namen machten. Der außerordentliche Stellenwert dieser Funktion im Prozess der Musikproduktion hat vor allem viele Rockgruppen auch dazu übergehen lassen, ihre Aufnahmen unt er eigener Regie zu produzieren. Trotzdem bleibt die Tätigkeit des Produzenten, ob nun von einem mitwirkenden Musiker oder einem darauf spezialisierten Experten ausgeübt, eine unentbehrliche Integrationsfunktion bei der Musikproduktion. Das hat dann immer wieder auch zur Bildung fester Teams von Produzenten und Autoren geführt, da auf diese Weise der immer enger gewordene Zusammenhang von Titelkonzeption und studiotechnischer Umsetzung optimal realisiert werden kann. Verwiesen sei etwa nur auf das Trio Brian Holland (geb. 1941), Lamont Dozier (geb. 1941) und Eddie Holland (geb. 1939), die mit ihren Arbeiten in den 1960er Jahren dem Motown Sound das Gepräge gaben, auf Nicky Chinn (geb. 1945) und Mike Chapman (geb. 1947), die in den 1970er Jahren u. a. für Mud, Sweet und Suzi Quatro außerordentlich erfolgreich tätig waren, und als weiteres Beispiel auf die britischen Meister der Popmusik Mike Stock (geb. 1951), Matt Aitken (geb. 1956) und Pete Waterman ( geb. 1947).

Zu den Produzenten, die sich in der jüngeren Vergangenheit einen Namen gemacht haben, gehören Steve Lillywhite (geb. 1955), u. a. für XTC und Ultravox, Walter Afanasieff (geb. 1958), der Celine Dion und Mariah Carey produziert hat, Rick Rubin (geb. 1963), der auf Rap und Heavy Metal spezialisiert ist, Daniel Lanois (geb. 1955), der u. a. U2 produziert, oder als eine der wenigen Frauen, die sich in dieser ausgesprochenen Männer-Domäne etablieren konnten, Sylvia Massy Shivy (geb. 1959), u. a. für den späten Johnny Cash. Namhafte deutsche Produzenten sind Dieter Dierks (geb. 1943), Ralph Siegel (geb. 1945), Frank Farian (geb. 1934) und Dieter Bohlen (geb. 1954).

Die Funktion des Produzenten gibt es auch im Film- und Fernsehbereich, hier allerdings auf die technisch-organisatorische Seite der Produktion begrenzt, während für die künstlerische der Regisseur zuständig ist. Der Musikproduzent dagegen vereint beide Seiten in sich.

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