Ein Überblick über das Formen von Holz
Meist werden im Möbelbau gerade Bretter oder Leisten verwendet, da diese sehr leicht verfügbar, einfach zu vermessen und zu verbinden sind. Rundungen machen ein Möbelstück aber interessanter und können stellenweise auch den Sitzkomfort von Möbeln verbessern.
Die Ausbildung der Formen und Kurven eines Baumes dauert oft länger als das Leben eines Menschen, genau so muss man auch Geduld beim Kunsthandwerk des Biegens und Formens des Holzes haben und die dafür notwendigen handwerklichen Techniken beherrschen. Man kann geschwungene und gebogene Formen durch Aussägen, Stemmen oder Hobeln herstellen, jedoch ist es auch machbar, das Holz zu biegen oder zu winden, um ihm grazile und komplexe Formen zu geben.
In der Geschichte gibt es mannigfaltig angefertigte Auftragsarbeiten für das kreative und kunstvolle Formen von Holz, wobei sich einzelne Stile verschiedener Meister zum Teil erheblich voneinander unterscheiden. Dabei reicht die Bandbreite vom klassischen Holzbildhauer bis hin zum modernen Designer.
In speziellen Zweigen des Holzhandwerks wie dem Bootsbau oder dem Musikinstrumentenbau hat das Biegen und Formen eine sehr hohe Bedeutung und eine ausgesprochen lange Tradition.
Mit verschiedenen Techniken ist es machbar, Holz zu formen und zu biegen. Auch ist es manchmal beim Bau von Wildholzmöbeln üblich, in der Natur solange nach dem für den späteren Verwendungszweck gewachsenen Stück Holz zu suchen, bis man das optimal gewachsene Stück gefunden hat.
Beim Formen von Massivholz sollte man beachten, dass der Faserverlauf des Holzes für ausreichende Stabilität sorgt. Für das Formen von Massivholz ist besonders Holz mit verschlungenen Fasern geeignet, da dieses gute Festigkeitseigenschaften aufweist.
Beim Biegen von Holz im Kerbverfahren, werden im Innenradius der späteren Biegung kleine Kerben eingearbeitet, deren Ränder sich nach dem Biegen wieder berühren.
Dagegen werden beim Schichtholzbiegen einzelne dünne Platten verleimt und unter Druck in eine vorher gefertigte Form eingespannt, dabei sollten alle Fasern in Biegerichtung verlaufen.
Beim Dampfbiegen wird das zu verformende Holz in einer dafür vorgesehenen Vorrichtung unter Wasserdampf gesetzt, dadurch wird das Holz biegsam und geschmeidig. Nach dem Einspannen in eine Form trocknet das Holz und behält im Anschluss die gewünschte Form bei.
