Was sind eigentlich Sternzeichen?

Wir leben in einer Zeit, in der die Menschen trotz oder vielleicht gerade wegen der Technisierung wieder eine besondere Sehnsucht nach dem Geheimnisvollen, dem Mystischen, dem Esoterischen entwickeln. Immer mehr Leute beschäftigen sich mit der Astrologie und mit Horoskopen, doch für viele bleibt diese Lehre ein Buch mit sieben Siegeln.

Was alle bedeutenden astrologischen Lehren gemeinsam haben, ist die Annahme, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen der Konstellation bestimmter Himmelkörper und dem Schicksal der Menschen gibt. Ausschlaggebend für den Lebensweg einer Person ist dabei jenes Sternzeichen, in dem diese geboren ist. Die meisten astrologisch Interessierten kennen ihr Sternzeichen, viele wissen aber nicht so recht, was denn eigentlich darunter zu verstehen ist.

Beginnen wir mit jener Form der Astrologie, die zwar aus Mesopotamien stammt und erst über die griechisch-römische Antike nach Europa kam, aber dennoch als westliche oder abendländische Astrologie gilt: Sie geht davon aus, dass die Sonne zum Zeitpunkt und vom Schauplatz der Geburt eines Menschen aus gesehen in einem von zwölf Tierkreiszeichen stehen kann, deren Namen sich von zwölf Sternbildern ableiten. Diese Tierkreiszeichen bezeichnet man auch als Sternzeichen. Sie wechseln im Monatsrhythmus und tragen die Namen Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann und Fische.

Neben der westlichen Astrologie hat auch die indische Astrologie eine sehr lange Tradition. Sie kennt zwölf Sternzeichen, die unseren zwölf Tierkreiszeichen sehr ähnlich sind und ebenfalls im Monatsrhythmus wechseln. In welchem Sternzeichen man geboren ist, hängt allerdings davon ab, in welchem Tierkreiszeichen zur Geburtszeit am Geburtsort der Mond steht, nicht die Sonne. Die zwölf Sternzeichen oder Rashis tragen die Namen Mesha (Widder), Vrishabha (Stier), Mithuna (Zwillinge), Kataka (Krebs), Simha (Löwe), Kanya (Jungfrau), Thula (Waage), Vrishika (Skorpion), Dhanus (Schütze), Makara (Steinbock), Kumbha (Wassermann) und Meena (Fische).

Auch in der ebenfalls uralten chinesischen Astrologie hängt das Sternzeichen vom Stand des Mondes zum Geburtszeitpunkt am Geburtsort ab. Die zwölf chinesischen Sternzeichen oder Pinyin folgen jedoch im Jahresrhythmus aufeinander und tragen die Bezeichnungen Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein.