Nervensystem

Das Nervensystem hat die Aufgabe, die durch Vermittlung der Sinneszellen den Körper treffenden Reize weiterzuleiten und bei Bedarf Antwortreaktionen auszulösen. Die Erregungsleitung erfolgt in den Fortsätzen der Nervenzellen. Sie verläuft mit hoher Geschwindigkeit (bei Menschen mit bis 120 m/sec, Frosch 30 m/sec, Tintenfisch 1 m/sec). Der Erregungsvorgang verläuft über die Nervenfasern als “chemische Welle” , wobei der Kalium-Natrium-Haushalt von entscheidender Bedeutung ist. Das Grundprinzip der Reizleitung im Nervensystem ist der Reflexbogen , d.h. die Verbindung einer Sinneszelle durch das Nervensystem mit dem Organ, an dem Reaktionen ausgelöst werden. Letzteres wird als Erfolgsorgan bezeichnet. Der Reflexbogen kann verschieden hoch differenziert sein. Im einfachsten Fall geht von der Sinneszelle direkt eine Nervenverbindung zum Erfolgsorgan. Bei weiterer Differenzierung werden mehrere Nervenzellen zwischengeschaltet, wobei häufig übergeordnete Zentren auftreten.


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Kreislauf

Aufgabe des Kreislaufsystems ist der Stofftransport im Körper, d.h. die Verteilung der Nährstoffe und das Fortschaffen der Abfallprodukte des Zellstoffwechsels. Zum Kreislaufsystem gehören Lymph- und Blutgefäße. Ein Lymphsystem kann auch schon bei Tieren ausgebildet sein, die noch keine Gefäße besitzen (z.B. Leberegel). Erstmals findet sich ein Blutgefäßsystem bei den Schnurwürmern; das Blut besitzt hier schon hämoglobinhaltige Blutkörperchen. Die Ringelwürmer bilden ein geschlossenes Blutgefäßsystem mit großem Rücken- und Bauchgefäß. Das Kreislaufsystem der Gliederfüßer dagegen ist offen, d.h. das Blut tritt aus den Blutgefäßen in Körperhohlräume aus, die als Lakunen oder Sinusräume bezeichnet werden. Aus diesen sammelt es sich dann wieder in Gefäßen und gelangt schließlich zum rückenwärts gelegenen Herzen. Auch die Weichtiere besitzen ein offenes Kreislaufsystem.


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Verdauung

Bei der Verdauung müssen die aufgenommenen Nahrungsteile in löslichen Zustand gebracht und in ihre Bausteine zerlegt werden. Aus diesen baut dann der Körper arteigene Stoffe auf, oder er baut sie zur Energiegewinnung weiter ab. Um eine Auflösung von Nahrungsbestandteilen zu ermöglichen, muss die Nahrung stets mit einer ausreichenden Menge Wasser aufgenommen oder aber eingespeichelt werden. Die Zerlegung erfolgt unter Einwirkung der Verdauungsfermente. Eiweiße (Proteine) werden durch Proteinasen zu Peptiden (langen Ketten aus Aminosäuren) hydrolisiert (unter Wassereinlagerung gespalten), diese durch Peptidasen in die einzelnen Aminosäuren zerlegt. Die Kohlenhydrate werden durch Karbohydrasen – Kohlenhydrat spaltende Fermente – (Amylasen, Disaccharasen) zu Monosacchariden, vor allem Traubenzucker, abgebaut. Fette werden durch Lipasen (Fette spaltende Fermente) in Fettsäuren und Glyzerin gespalten. Unter den Proteinasen sind vor allem Pepsin und Kathepsin im Magen und Trypsin aus Bauchspeichel und Darm zu nennen. Die Peptidasen finden sich nur im Dünndarm und im Bauchspeichel. Lipasen kommen im Magen und Bauchspeichel sowie im Darm vor. Von den Karbohydrasen kommt Amylase im Speichel und im Bauchspeichel vor. Die Disaccharasen dagegen finden sich vorwiegend im Darm und im Bauchspeichel. Besondere Fermente dieser Gruppe sind die Zellulase im Darmsaft einiger Wirbelloser, die damit in der Lage sind, Zellulose zu verdauen, und die Chitinasen einiger Schnecken, mit deren Hilfe Chitin abgebaut wird. Eine Reihe von Pflanzenfressern verdauen Zellulose mit Hilfe von Darmsymbionten (z.B. Termiten mit Einzellern im Darm). Bei den Wiederkäuern ist der Pansen als Gärkammer mit Einzellern und Bakterien ausgebildet.


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Skelettbildungen

Als Skelettbildungen bezeichnet man alle Stützsubstanzen des Tierkörpers, an denen Muskeln ansetzen. Dabei wird unterschieden zwischen Außenskeletten , die gleichzeitig als Körperbedeckung dienen, und Innenskeletten . Außenskelette finden sich bei Gliederfüßern (Chitinpanzer) und Muscheln (Schalen). Innenskelette sind für die Chordatiere charakteristisch. Diese besitzen als Grundelement ihres Skeletts dauernd oder zumindest embryonal angelegt eine Chorda (Rückensaite). Bei allen Wirbeltieren (von den Fischen ab) entwickelt sich daraus ein knorpeliges oder knöchernes Achsenskelett, das dann die ursprüngliche Chorda mehr und mehr verdrängt. Das neue Achsenskelett besteht aus einzelnen Wirbelkörpern und wird als Wirbelsäule bezeichnet. Nur in den Zwischenwirbelscheiben (Bandscheiben) bleiben auch noch bei den Säugern Reste der Chorda erhalten. Von den Wirbeln aus entstehen in der Rumpfregion Knorpel- oder Knochenspangen, die als Rippen bezeichnet werden. Sie sind mit den Wirbelkörpern gelenkig verbunden.


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Gentechnik

In der Pharmazie und Medizin hat die Gentechnik schon heute erhebliche Veränderungen bewirkt. Bei der Entwicklung und Herstellung vieler Medikamente wie auch bei der Diagnostik und Therapie bestimmter Krankheiten hat die Gentechnik völlig neue Lösungen ermöglicht. Viele Medikamente sind überhaupt nur auf gentechnischem Wege herstellbar und die Ursachen vieler Krankheiten nur mithilfe der Gentechnik zu erforschen. In der Pharmazie und Medizin hat sich deshalb eine deutliche Wandlung vollzogen, die sich nicht zuletzt in der Entstehung eines neuen medizinischen Arbeitsgebiets der Molekularmedizin niedergeschlagen hat. War vor fünfundzwanzig Jahren eine Gendiagnostik am Menschen reine Science-Fiction, so ist dies heute in vielen Fällen schon Routine.


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Arzneimittel

Arzneimittel wie Medikamente oder Pharmaka sind Stoffe zur Erkennung, Verhütung und Behandlung von Krankheiten und Beschwerden. Verwendet werden: Pflanzenteile (von Heilpflanzen) als Aufguss oder Tinktur, aus Drogen isolierte Wirkstoffe, z.B. Alkaloide, Glykoside, Hormone, Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen und zahlreiche synthetische chemische Verbindungen. Arzneiformen sind u.a. Tabletten, Dragees, Zäpfchen, Salben, Injektionslösungen. Arzneimittel können äußerlich oder innerlich angewendet werden.


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